Die erste Bibelschulwoche hier in Schladming ist nun schon vorbei. Rückblickend ein paar Erlebnisse!
Wandern à la Americaine
Letzten Samstag waren wir Wandern. Eigentlich planten Annette und ich eine “ganz normale” Wanderung, ich meine es war wirklich nichts extremes, ich rechnete mit maximum 2 Stunden hochwandern. Doch es kam alles ganz anders! Schon nach ca. 20 min hatten wir zwei Studentinnen die nicht mehr weiter konnten und stöhnten sie würden warten bis wir wieder zurückkommen. Naja, gut. Das Problem war nur, dass genau diese zwei ihr Lunchpakte mit anderen aufgeteilt hatten. Diese gingen nun aber mit der vordersten Gruppe mit und waren
mittlerweile schon weit, weit weg! Nach ca. 1.5 Stunden erreichte dann die erste Gruppe das Ziel, eine Hütte mit Restaurant. Der Aufstieg hatte sich aber echt gelohnt, die Aussicht war fantastisch!! Nach ca. 2 Stunden erreichte ich mit meiner Gruppe dann auch die Hütte und fand eine Gruppe ganz verstörter, frierender Studenten vor. Es war ja wirklich nicht kalt, aber wenn man im Herbst im T-Shirt, kurzer Hose und Turnschuhe wandern geht… zum Glück gabs noch lauwarme Schokolade in der Hütte! Langsam hätten eigentlich die letzten ankommen sollen. Ein paar wagemutige und sportliche Studenten beschlossen dann mit mir noch auf einen kleinen Gipfel zu steigen, was wir dann auch im Eiltempo erledigten. Oben angekommen, konnten wir es nicht lassen ein paar Liegestützen zu machen und einige Siegefotos zu schiessen. Zurück bei der Hütte, waren die meisten schon wieder auf dem Rückweg und die letzten gerade oben angekommen! Yeah,
es waren fast zwei Stunden vergangen seit dem Ankommen der ersten Gruppe!! Nach kurzem Aufmuntern, erfrischen und eine halbe Apotheke voll Blasenplaster verteilen, ermunterte ich sie jetzt alle bald den Rückweg in Angriff zu nehmen. Die Rückkehr zu den Autos war erstaunend schnell und zum grössten Teil schweigend vollbracht worden.
Bei der nächsten Wanderung werde ich wohl eine Zeitangabe von 1-5 Stunden mitteilen, anstatt die 2-3.
Konto eröffnen à la Schladming
Als ehemaliger Swissbanker kann ich mirs einfach nicht verkneifen die Besonderheiten einer österreichischen Konto-Eröffnung zu berichten. Bis auf einen einzigen, ganz kleinen Unterschied ist ja auch alles, abgesehen vom Ghetto, dass der Kundenberater auf dem Pult hatte, gleich. Der kleine aber umso aufflälligere Unterschied war: Die haben uns tatsächlich mit “Servus Simon und Annette” angesprochen! Also nichts von siezen, da in Schladming kommt man gleich zur Sache! Und sollten wir mal irgendeine Frage habe, ja dann sollen wir doch einfach dem Herbert anrufen.
Der Sturz vom Hengst!
Beim Spazieren hatte Annette eine liebe Bauernsfamilie getroffen die “per Zufall” drei Pferde besassen. Am Dienstag unserem freien Tag, hiess es nun die besagten Pferde zu inspizieren und die erhoffte Einladung zum reiten zu erhalten. Wir begaben uns also zu Fuss auf den steilen Weg zum Bauernhof und erhielten nach höflichem Fragen das gewünschte Angebot mit zwei Pferden auszureiten. Nun sollte eigentlich bekannt sein, dass Annette eine angefressene Reiterin ist und ich, naja, ich war halt der liebe Ehemann der mitgeht. Bald stellte sich heraus, dass die Pferde gar nicht richtig eingeritten sind und nur selten und meist ohne Sattel geritten werden – kein Problem dachten wir uns. Um die ganz grosse Blamage zu vermeiden machten wir uns zuerst zu Fuss auf dem Weg. Dann traute sich zuerst Annette und nach einer kleinen Weile auch ich auf das eine Pferd, dass sogar ein Hengst war! Es lief eigentlich alles nach Plan. Wir trotteten also auf unserem Weg und ich bemühte mich einigermassen professionell auszusehen. Doch auweia, der Hengst hatte ganz andere Pläne! Kaum sah er auf der rechten Seite des Pfades eine saftig grüne Wiese, nutzte er meine Unerfahrenheit und galoppierte los wie, naja wie ein Hengst eben. Heldenhaft rettete ich mich vom Pferd und sprang in die Wiese – oder wies Annette ausdrücken würde: Ich war einfach zu dumm und flog vom Hengst! Das wäre ja alles nicht so schlimm gewesen, wenn nicht ausgerechnet an dem Ort Bauarbeiter ihre Arbeit verrichteten und natürlich zugeschaut hatten! Dazu kam noch die unangenehme Aufgabe, das Pferd wieder einzufangen!
Der Hengst sieht mich auf jedenfall nie wieder!
*oder was ich sagen würde, man sollte seine Ängste überwinden und sofort wieder auf das Pferd steigen!!*
Eine Prise amerikanische Kultur
Unsere 71 Studenten sind echt super und wir lieben sie alle. Doch manchmal, nur manchmal muss man sich schon an gewisse Eigenheiten der vorwiegend nordamerikanischen Besucher gewöhnen.
Da wären zum ersten die Studenten die in Rekordtempo unendliche Mengen von Esswaren in sich hineinschlingen können. Doch trotz eines kaum zu stillenden Hungers bleibt am Schluss der Teller halb voll, hä? Haben wohl nie gelernt was ein Teller sauber ausmachen bedeutet!
Oder der Student der einfach überall sein Skateboard fahren will. Nachdem er bei uns schon
jede Treppe und sogar Tische befahren hat, erwischt ihn die aufmerksame schladminger Polizei beim befahren der Strasse. Die Bullen wollen ihm eine 100.– Euro Strafe aufbrummen, doch der schlaue Fuchs kann sich tatsächlich rausreden.
Speziell, ungewohnt aber auch irgendwie schön ist auch wie viele Studenten sehr schnell sehr offen sind. So sind Zeugnisse unter Tränen schon fast an der Tagesordnung (sogar bei Jungs!). Als ich letzen Sonntag spontan aufforderte aus der ersten Woche zu berichten, war ich überrascht wieviele das Bedürfnis hatten sich oder zum Glück auch Gottes Wirken zu präsentieren. Nach nur 2-3 Tagen hat man das Gefühl die kennen sich schon alle seit Jahren, unglaublich und ich kämpfe immer noch mit den ersten 20 Namen auf meiner Namensliste!
5. Oktober 2007 um 14:13
Hey ihr zwei,schön vo eui dörfe zlese,dass ihrs guet händ. bi mir laufts also au guet. Nebed dä IKEA ichäuf und büro irichtige,chan ich jetzt au dank em GasserSeminar WorklifeBalance usserordentlich guet und organisiert schaffe.ä gruess us rümlang eue raph
7. Oktober 2007 um 15:05
Hy zusammen!
Euer Praktikum hört sich ja ganz schön interessant an. Es macht richtig Freude hier zu lesen. Wir müssen/dürfen Bücher über Bücher lesen und an Vollversammlungen teilnehmen. Gottes Segen euch beiden!
Gruss Simon und Conny
11. Oktober 2007 um 17:07
hallo ihr 2 – schön, dass ihr gut gestartet seid und auch erleben dürft, wie sich Herzen auftun! Die Umgebung sieht ja echt schön aus! *grins* natürlich hat Sim die amerikan. Studis mit seiner 2-Std-Wanderung total überfordert, da hätten wir 1000 CHF gewettet!! glg a&m
16. Oktober 2007 um 09:11
Servus Simon und Anette,
schön, dass es euch gut geht. Mit vergnügen habe ich eure Berichte gelesen. Interessant zu hören, wie meine Klassenkameraden in ihren Dienst starten. Ich habe auch schon meinen ersten Rundbrief geschrieben. Ich wusste nicht,ob ihr ihn auch bekommen wollt. Schreibt mir mal, wenn es der Fall sein sollte.
Amsonsten
Gottes Segen
Alex
6. Dezember 2007 um 14:07
Hallo ihr 2
Schön das es euch gut geht. Ist immer spannend zu lesen was ihr so macht.
Vieli liebi Grüess
Debby